Eine Workgroup (Arbeitsgruppe) ist ein einfaches Windows-Netzwerkmodell, bei dem mehrere Computer Ressourcen wie Dateien, Drucker und Internetzugang direkt miteinander teilen – ohne zentralen Server oder Domain Controller. Jeder Computer in einer Workgroup verwaltet seine Benutzerkonten und Zugriffsrechte lokal und eigenständig. Windows weist frisch installierten Systemen automatisch den Workgroup-Namen WORKGROUP zu. Das Modell eignet sich für Heimnetzwerke und Kleinstbüros; ab etwa zehn Geräten empfiehlt sich der Umstieg auf eine Windows-Domäne mit Active Directory.
Workgroup vs. Windows-Domäne: Der grundlegende Unterschied
Der wichtigste Unterschied liegt in der Art der Verwaltung: dezentral und lokal in der Workgroup, zentral und serverbasiert in der Domäne. In einer Workgroup gilt das Peer-to-Peer-Prinzip: Alle Computer sind gleichberechtigt, kein Gerät ist übergeordnet. Jeder PC verwaltet seine eigenen Benutzerkonten und Zugriffsrechte. Möchte Nutzer A auf einem anderen PC Zugriff auf eine Freigabe, muss auf diesem PC ein Konto für ihn vorhanden sein. Bei zehn Nutzern und zehn PCs können das im Extremfall bis zu 100 Konten sein, die individuell gepflegt werden müssen. In einer Windows-Domäne übernimmt ein Domain Controller (Server mit Active Directory) diese Verwaltung zentral: Ein einziges Benutzerkonto gilt auf allen Domänen-Computern.
| Merkmal | Workgroup | Windows-Domäne |
|---|---|---|
| Zentraler Server | Nicht erforderlich | Mindestens ein Domain Controller |
| Benutzerverwaltung | Lokal auf jedem PC | Zentral im Active Directory |
| Anmeldung | Separates Konto auf jedem PC | Ein Konto für alle Domänen-PCs |
| Gruppenrichtlinien | Nicht verfügbar | Per GPO zentral ausrollbar |
| Software-Verteilung | Manuell auf jedem PC | Zentral (SCCM, Intune) |
| Sinnvolle Größe | Bis 10–15 PCs | Unbegrenzt |
| Lizenzkosten | Keine Extra-Kosten | Windows Server + CAL-Lizenzen |
Workgroup einrichten: Schritt für Schritt
Windows 10 und 11 weisen jedem PC automatisch den Workgroup-Namen WORKGROUP zu. Für eine angepasste Konfiguration – zum Beispiel einen eigenen Workgroup-Namen für das Büro – geht man wie folgt vor: Rechtsklick auf Dieser PC, Eigenschaften wählen, dann Erweiterte Systemeinstellungen aufrufen. Im Tab Computername auf Ändern klicken und bei Mitglied von die Option Arbeitsgruppe auswählen. Den gewünschten Workgroup-Namen eingeben (z. B. BUERO oder MUSTERMANN-GMBH), bestätigen und den PC neu starten. Dieser Vorgang dauert unter zwei Minuten.
Nach dem Neustart muss noch die Netzwerkerkennung und Dateifreigabe aktiviert werden: Einstellungen, Netzwerk und Internet, dann Netzwerk- und Freigabecenter aufrufen. Im Bereich Private Netzwerke die Optionen Netzwerkerkennung einschalten und Datei- und Druckerfreigabe einschalten aktivieren. Erst dann ist der PC für andere Netzwerkteilnehmer sichtbar und kann Freigaben bereitstellen. Die Windows Defender Firewall öffnet dabei automatisch die nötigen Ports für die Dateifreigabe.
Dateien und Drucker in der Workgroup freigeben
Einen Ordner freigeben: Rechtsklick auf den gewünschten Ordner, Eigenschaften, Tab Freigabe, dann Freigeben klicken. Im Dialogfenster gewünschte Benutzer hinzufügen und Berechtigungen festlegen: Lesen für schreibgeschützten Zugriff, oder Lesen/Schreiben wenn andere auch Dateien hinzufügen sollen. Nach dem Bestätigen erscheint der Ordner im Netzwerk unter dem PC-Namen. Andere Netzwerk-PCs finden die Freigabe im Explorer unter Netzwerk.
Einen Drucker freigeben: Systemsteuerung, Geräte und Drucker, Rechtsklick auf den Drucker, Druckereigenschaften, Tab Freigabe: Drucker freigeben aktivieren und einen Freigabenamen vergeben. Andere PCs finden den Drucker dann im Netzwerk. Beim ersten Zugriff installiert Windows den Druckertreiber automatisch, sofern der Server-PC ihn bereitstellt. Wichtig: Der PC mit dem freigegebenen Drucker muss eingeschaltet und im Netzwerk erreichbar sein – in einer Workgroup gibt es keinen dauerhaft laufenden Druckserver.
Sicherheit in der Workgroup
Da es keinen zentralen Administrator gibt, liegt die Sicherheitsverantwortung bei jedem Nutzer selbst. Wichtige Empfehlungen: Freigaben nur mit Passwort-geschützten Benutzerkonten einrichten und keine anonymen Gast-Freigaben im Büroumfeld verwenden. Freigegebene Ordner auf das tatsächlich Nötige beschränken – nie ganze Laufwerke (C:) freigeben. Die Windows Defender Firewall auf allen Geräten aktiv lassen; sie kontrolliert, wer von außen auf Freigaben zugreifen darf. Windows Updates regelmäßig auf allen Geräten installieren, da in einer Workgroup niemand das zentral überwacht.
Wann der Umstieg auf eine Domäne sinnvoll ist
Die Workgroup stößt an ihre Grenzen, wenn mehr als 10–15 Benutzer verwaltet werden müssen und jeder auf verschiedene Ressourcen unterschiedliche Zugriffsrechte haben soll. Wenn Mitarbeiter zwischen verschiedenen PCs wechseln und sich überall mit demselben Konto anmelden wollen, wird die Workgroup unpraktisch. Wenn zentrale Sicherheitsrichtlinien (Passwort-Komplexität, Bildschirmsperre, Software-Einschränkungen) auf alle Geräte ausgerollt werden sollen, bietet nur eine Domäne mit Gruppenrichtlinien die nötige Infrastruktur.
Für Unternehmen ohne eigenen IT-Administrator ist Microsoft 365 Business mit Azure Active Directory und Intune eine cloudbasierte Alternative zur klassischen on-premises Domäne: Benutzerkonten werden zentral in der Microsoft-Cloud verwaltet, Geräte über Intune konfiguriert, ohne dass ein lokaler Windows-Server benötigt wird. Für viele kleine Unternehmen ist das die modernere und wartungsärmere Variante.
Workgroup und refurbished Geräte
Refurbished Desktop-PCs und Notebooks sind nach einer frischen Windows-Installation automatisch Mitglied der Workgroup WORKGROUP. Kein manueller Eingriff nötig, wenn alle Geräte diesen Standard-Namen behalten. Für kleine Büros, die mehrere refurbished Geräte vernetzen möchten, ist die Workgroup der unkomplizierteste Einstieg: kein Server, keine Zusatzlizenzen, innerhalb weniger Minuten eingerichtet. Mit wachsenden Anforderungen kann später auf eine Domäne oder Microsoft-365-basiertes Management gewechselt werden.
Netzwerklaufwerke dauerhaft verbinden
Für den bequemen täglichen Zugriff auf Netzwerkfreigaben lassen sich Netzwerklaufwerke als permanente Laufwerksbuchstaben einbinden. Im Explorer unter Dieser PC auf Netzlaufwerk verbinden klicken, einen Buchstaben wählen (z. B. Z:), den Netzwerkpfad eingeben und Verbindung bei Anmeldung wiederherstellen aktivieren. Nach dem Neustart ist das Laufwerk immer verfügbar und erscheint im Explorer genauso wie ein lokales Laufwerk. Das ist deutlich komfortabler als jedes Mal manuell im Netzwerk zu navigieren.
Fehlerbehebung: PC im Netzwerk nicht sichtbar
Ein häufiges Problem: PCs sind nicht im Explorer unter Netzwerk sichtbar, obwohl sie im selben Netzwerk sind. Typische Ursachen und Lösungen: Netzwerkerkennung ist nicht aktiviert – in den Erweiterten Freigabeeinstellungen einschalten. Die Windows Defender Firewall blockiert Freigabe-Ports – die Regeln für Datei- und Druckerfreigabe im privaten Profil müssen aktiv sein. Die Windows-Dienste Function Discovery Resource Publication und Function Discovery Provider Host müssen laufen und auf Automatisch gestellt sein. Alle PCs müssen denselben Workgroup-Namen haben. Diese vier Punkte lösen den Großteil aller Sichtbarkeitsprobleme in Workgroup-Netzwerken.
Workgroup und Cloud-Dienste kombinieren
Eine Workgroup schließt die Nutzung von Cloud-Diensten nicht aus. Microsoft OneDrive, Google Drive oder Dropbox laufen auf jedem PC unabhängig von der Netzwerk-Infrastruktur. Die Kombination Workgroup (für lokale Dateifreigaben zwischen wenigen PCs) und Cloud (für Dokumente, die von überall erreichbar sein sollen) ist für viele kleine Unternehmen die pragmatischste Lösung: einfach, kostengünstig und ohne eigene Server.
FAQ zu Workgroup
Eine Workgroup ist ein einfaches Windows-Peer-to-Peer-Netzwerk ohne zentralen Server. Alle Computer verwalten ihre Benutzerkonten lokal und teilen Dateien und Drucker direkt miteinander.
In einer Workgroup gibt es keinen zentralen Server; jeder PC wird separat verwaltet. In einer Domäne übernimmt ein Domain Controller die zentrale Verwaltung aller Konten und Richtlinien – effizienter ab ca. 10 PCs.
Technisch unbegrenzt, sinnvoll bis ca. 10–15 PCs. Ab dieser Größe wird die dezentrale Verwaltung so aufwändig, dass eine Domäne deutlich effizienter ist.
Rechtsklick auf Dieser PC, Eigenschaften, Erweiterte Systemeinstellungen, Tab Computername, Ändern, Arbeitsgruppe auswählen, Namen eingeben, bestätigen, neu starten. Alle PCs im Netzwerk müssen denselben Workgroup-Namen tragen.
Ja, zwingend. Nur Computer mit identischem Workgroup-Namen finden sich im Netzwerk. Standard ist WORKGROUP; änderbar auf bis zu 15 Zeichen aus Buchstaben, Ziffern und Bindestrichen.



