5G ist die fünfte Mobilfunkgeneration und ermöglicht Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s, Latenzen unter einer Millisekunde und die gleichzeitige Anbindung von bis zu einer Million Geräten pro Quadratkilometer. Der Standard, offiziell als 5G NR (New Radio) spezifiziert, wurde in Deutschland ab 2019 ausgerollt. 5G nutzt ein deutlich breiteres Frequenzspektrum als LTE – von unter 1 GHz bis über 26 GHz – und ist die technologische Basis für autonomes Fahren, Industrie 4.0 und das Internet of Things. Für Notebook-Nutzer bedeutet 5G vor allem schnelleres mobiles Internet und geringere Latenz beim Cloud-Arbeiten.
5G vs. 4G/LTE: Was sich tatsächlich ändert
5G ist nicht einfach nur schnelleres LTE. Die Architektur wurde grundlegend neu gedacht, um drei völlig verschiedene Anwendungsprofile gleichzeitig zu unterstützen:
eMBB (Enhanced Mobile Broadband): Hohe Datenraten für Streaming, Cloud-Arbeit und mobiles Breitband. Das ist das, was Smartphone-Nutzer primär merken.
URLLC (Ultra-Reliable Low-Latency Communications): Latenz unter 1 ms für zeitkritische Anwendungen wie industrielle Maschinensteuerung, Telechirurgie oder autonomes Fahren. LTE schafft bestenfalls 10–20 ms.
mMTC (Massive Machine Type Communications): Anbindung von bis zu einer Million Geräte pro Quadratkilometer. Relevant für IoT-Anwendungen mit tausenden von Sensoren auf engem Raum.
| Merkmal | 4G / LTE | 5G Sub-6 GHz | 5G mmWave |
|---|---|---|---|
| Peak-Download | bis 300 Mbit/s | bis 3 Gbit/s | bis 10 Gbit/s |
| Praxis-Download DE | 20–80 Mbit/s | 100–800 Mbit/s | 1–3 Gbit/s (selten verfügbar) |
| Latenz typisch | 20–50 ms | 5–15 ms | 1–5 ms |
| Reichweite pro Zelle | bis 10 km | 500 m – mehrere km | unter 200 m |
| Gebäudedurchdringung | Gut | Mittel bis gut | Sehr schlecht |
Sub-6-GHz vs. mmWave: Die zwei Gesichter von 5G
5G wird in zwei grundlegend verschiedenen Frequenzbereichen betrieben, die sich in Reichweite und Geschwindigkeit stark unterscheiden:
Sub-6-GHz-5G (FR1, unter 6 GHz) ist das 5G, das in Deutschland heute ausgebaut wird. Die Netzbetreiber nutzen Frequenzen bei 700 MHz, 2 GHz und 3,6 GHz. Reichweiten von mehreren Kilometern sind möglich, Wände werden ausreichend durchdrungen, und im Praxistest sind 100–500 Mbit/s erreichbar. Das ist reales, alltagstaugliches 5G.
mmWave-5G (FR2, ab 24 GHz) ist die Hochleistungsvariante mit theoretisch bis zu 10 Gbit/s. Der Preis: minimale Reichweite von wenigen hundert Metern, praktisch keine Gebäudedurchdringung. Wände, Bäume oder sogar Regen dämpfen das Signal stark. mmWave eignet sich für lokale Hochleistungsnetze in Stadien, Bahnhöfen oder Fabrikhallen. In Deutschland sind mmWave-Frequenzen noch nicht versteigert; dieser Ausbau ist frühestens Mitte der 2020er Jahre zu erwarten.
Die neuen Technologien hinter 5G
Massive MIMO: LTE-Basisstationen hatten 8–16 Antennen. 5G-Stationen nutzen 64, 128 oder 256 Antennen. Diese dichte Antennenmatrix erlaubt präzise Signalbündelung.
Beamforming: Das Funksignal wird gezielt auf das einzelne Endgerät ausgerichtet, statt es gleichmäßig in alle Richtungen zu senden. Das erhöht die Signalstärke beim Empfänger und reduziert Interferenzen.
Network Slicing: Ein physisches 5G-Netz kann in mehrere virtuelle Netze mit unterschiedlichen Eigenschaften aufgeteilt werden. Ein Slice mit garantierter Niedriglatenz für Rettungsdienste, ein anderer mit hoher Bandbreite für Streaming, ein dritter für IoT-Sensoren mit Millionen von Verbindungen. Das ist eine Fähigkeit, die LTE grundsätzlich nicht bietet.
OFDM mit flexibler Numerologie: 5G NR nutzt ein flexibleres OFDM-Raster als LTE, das sich an verschiedene Frequenzbereiche und Latenzanforderungen anpassen kann. Das ist ein wesentlicher Grund, warum 5G sowohl für breite Abdeckung als auch für Hochleistungs-Nahfunk geeignet ist.
Standalone vs. Non-Standalone: Wie 5G in Deutschland aufgebaut wird
Beim aktuellen deutschen 5G-Ausbau arbeiten alle Netzbetreiber mit Non-Standalone (NSA): Die 5G-Funkzellen sind an die bestehende LTE-Kerninfrastruktur angebunden. Das beschleunigt den Rollout, schränkt aber einige 5G-Fähigkeiten ein – insbesondere Network Slicing und Ultra-Low-Latency sind im NSA-Modus nicht vollständig realisierbar.
Standalone (SA)-5G hat eine eigene Kerninfrastruktur und kann das volle 5G-Potenzial entfalten. SA-5G wird schrittweise eingeführt; Telekom und Vodafone haben erste SA-5G-Bereiche in Deutschland aktiviert. Für Endnutzer mit Smartphone oder Notebook spielt der Unterschied heute noch kaum eine Rolle. Für industrielle Anwendungen und kritische Infrastruktur ist SA-5G jedoch der entscheidende Schritt.
5G in Notebooks: Was sich für Nutzer ändert
Für Notebook-Nutzer bedeutet 5G konkret: höhere mobile Downloadgeschwindigkeiten, weniger Latenz bei Videokonferenzen und Cloud-Anwendungen, und künftig eine zuverlässigere Verbindung in dichten Umgebungen. Wer heute ein neues Business-Notebook mit Mobilfunkmodem kauft, bekommt zunehmend 5G-fähige Module.
Im Refurbished-Segment sind 5G-Notebooks noch die Ausnahme, da die erste Generation 5G-fähiger Business-Geräte erst 2021/2022 erschien. LTE-Notebooks bleiben für die allermeisten Anwendungen vollkommen ausreichend. Wer täglich große Dateien mobil überträgt oder in städtischen 5G-Gebieten auf maximale Geschwindigkeit angewiesen ist, profitiert von 5G spürbar. Für normale Office-Arbeit und Videokonferenzen ist der Unterschied zu LTE im Alltag kaum messbar.
5G und Gesundheit: Was die Wissenschaft sagt
5G-Mobilfunk ist Gegenstand öffentlicher Diskussionen über mögliche Gesundheitsrisiken. Die wissenschaftliche Faktenlage ist klar: Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und die Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) haben die vorliegende Forschung umfassend ausgewertet. Die 5G-Sendeleistungen liegen deutlich unterhalb der festgelegten Grenzwerte. Bei Einhaltung dieser Grenzwerte gibt es keine wissenschaftlichen Belege für gesundheitliche Schäden. Die Grenzwerte wurden zudem zuletzt 2020 durch die ICNIRP überarbeitet und verschärft, um auch für höhere Frequenzbereiche wie mmWave ausreichend Sicherheitsabstand zu gewährleisten.
5G-Ausbau in Deutschland: Aktueller Stand
Die Deutsche Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 bauen 5G aktiv aus. Gut versorgt sind heute vor allem Großstädte und Ballungsgebiete sowie wichtige Verkehrsachsen. Die Netzbetreiber nutzen dazu die bei der 5G-Auktion 2019 ersteigerten Frequenzen im 2-GHz- und 3,6-GHz-Bereich sowie das bestehende 700-MHz-Band. Tagesaktuellen Netzabdeckungsstand findest du auf den offiziellen Netzabdeckungskarten der Betreiber sowie auf der Bundesnetzagentur-Karte unter bundesnetzagentur.de.
Für die Kaufentscheidung bei einem Notebook gilt: Wer überwiegend in gut ausgebautem 5G-Gebiet arbeitet und regelmäßig große Datenmengen mobil bewegt, profitiert von einem 5G-fähigen Modem. Für die meisten Business-Anwender, die primär Office, E-Mail und Videokonferenzen nutzen, ist LTE völlig ausreichend – und ein refurbished LTE-Gerät kostet deutlich weniger als ein vergleichbares 5G-Neugerät.
Was kostet 5G? Tarife und Geräteanforderungen
5G-Datentarife werden in Deutschland von allen vier Netzbetreibern angeboten, typischerweise ohne Aufpreis gegenüber vergleichbaren LTE-Tarifen, sofern das Gerät 5G unterstützt. Wer ein 5G-Smartphone oder -Notebook hat und im 5G-Versorgungsgebiet ist, nutzt automatisch 5G. Ein separater Tarif ist nicht nötig.
Für Notebooks gilt: Das verbaute WWAN-Modul muss 5G-fähig sein. Typische Module in Business-Notebooks ab 2022 sind das Quectel RM502Q, Fibocom FM350 oder Sierra Wireless EM9191. Diese Module unterstützen neben 5G auch LTE als Fallback, wenn kein 5G verfügbar ist. Wer ein refurbished Business-Notebook ab Baujahr 2021/2022 mit 5G-Modul sucht, findet erste Angebote in den oberen Preislagen. Für die meisten Nutzer lohnt sich das heute noch nicht gegenüber einem günstigeren LTE-Gerät.
5G und Latenz: Was eine Millisekunde in der Praxis bedeutet
Die oft zitierte Sub-Millisekunde-Latenz von 5G ist heute noch Theorie – aktuelle Netze erreichen 5–10 ms, deutlich besser als LTEs 20–50 ms, aber noch weit von 1 ms entfernt. Für normale Nutzer ist der Unterschied zwischen 10 ms und 50 ms kaum wahrnehmbar: Videokonferenzen, Cloud-Arbeit und Streaming laufen bei beiden Latenzen problemlos. Spürbar wird der Latenz-Vorteil bei interaktivem Online-Gaming (wo auch 20 ms stören können) und künftigen Anwendungen wie Remote-Steuerung von Maschinen oder Cloud-Gaming, das Hochleistungs-Grafik vom Server zum Gerät streamt. Für Business-Nutzer bleibt LTE auf absehbare Zeit die verlässlichere und gleichwertige Alternative zu 5G für Office, Videokonferenzen und Cloud-Zugriff.
5G-Abdeckung prüfen: Praktische Tipps
Die tatsächliche 5G-Abdeckung variiert stark je nach Anbieter und Region. Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 veröffentlichen Netzabdeckungskarten auf ihren Websites; die Bundesnetzagentur aggregiert diese unter breitbandatlas.de. Wer prüfen möchte, ob 5G am eigenen Standort oder auf regelmäßig besuchten Routen verfügbar ist, sollte die aktuelle Abdeckungskarte des bevorzugten Anbieters konsultieren. Bei regelmäßig genutzten ländlichen Strecken lohnt ein realistischer Test mit einem 5G-fähigen Gerät, bevor man ein teures 5G-Notebook-Modem kauft.
FAQ zu 5G
5G ist die fünfte Mobilfunkgeneration mit theoretischen Peak-Geschwindigkeiten bis 10 Gbit/s und Latenzen unter 1 ms. Im realen Betrieb in Deutschland erreicht 5G im Sub-6-GHz-Band typischerweise 100–800 Mbit/s – etwa drei- bis zehnmal so schnell wie LTE.
Sub-6-GHz-5G nutzt Frequenzen unter 6 GHz, bietet gute Reichweite (mehrere km) und ist das 5G, das in Deutschland ausgebaut wird. mmWave nutzt Frequenzen ab 24 GHz und erreicht bis zu 10 Gbit/s, hat aber nur wenige hundert Meter Reichweite und sehr schlechte Gebäudedurchdringung. In Deutschland ist mmWave noch nicht verfügbar.
Selten. Die erste Generation 5G-fähiger Business-Notebooks erschien erst 2021/2022. Ältere refurbished Geräte sind standardmäßig mit LTE ausgestattet. Für die meisten Anwendungsfälle ist LTE weiterhin vollkommen ausreichend. 5G-Module lassen sich in der Regel nicht nachrüsten, da sie andere Hardware erfordern.
Network Slicing erlaubt es, ein physisches 5G-Netz in mehrere virtuelle Netze mit unterschiedlichen Eigenschaften aufzuteilen. Ein Slice bekommt garantierte Niedriglatenz für Notfalldienste, ein anderer hohe Bandbreite für Streaming, ein dritter massenhafte Verbindungen für IoT. Diese Fähigkeit ist bei LTE nicht verfügbar.
Die deutschen Netzbetreiber bauen 5G kontinuierlich aus, konzentrieren sich aber auf Ballungsräume. Eine LTE-ähnliche Flächenversorgung von über 97 Prozent der Bevölkerung wird frühestens 2028–2030 erwartet. Ländliche Regionen werden LTE noch viele Jahre als Primärstandard nutzen.



