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AZERTY

AZERTY ist ein Tastaturlayout, das hauptsächlich in Frankreich und Belgien verwendet wird und seinen Namen von den ersten sechs Buchstaben in der obersten Buchstabenreihe hat – A, Z, E, R, T, Y. Das Layout ist die französische Entsprechung des deutschen QWERTZ und des internationalen QWERTY und wurde speziell für die Anforderungen der französischen Sprache entwickelt: Es bietet direkten Zugriff auf akzentuierte Zeichen wie é, è, à und ç, die im Französischen sehr häufig vorkommen. Für deutschsprachige Nutzer wirkt AZERTY zunächst ungewohnt, da nicht nur A und Q, sondern auch M, Z und W ihre Positionen gegenüber QWERTZ getauscht haben. Beim Kauf eines refurbished Notebooks aus Frankreich oder Belgien sollte das Tastaturlayout im Voraus geprüft werden.

AZERTY, QWERTY, QWERTZ: Die drei wichtigsten Layouts im Vergleich

MerkmalAZERTYQWERTYQWERTZ
VerbreitungFrankreich, BelgienUSA, UK, internationalDeutschland, Österreich, Schweiz
Erste 6 BuchstabenA-Z-E-R-T-YQ-W-E-R-T-YQ-W-E-R-T-Z
A/Q-TauschJa (A und Q vertauscht)NeinNein
Z/W-PositionZ ist auf W-PlatzW ist standardZ und Y vertauscht (vs. QWERTY)
Sonderzeichené, è, à, ç direkt@ direkt, keine UmlauteÄ, Ö, Ü direkt
M-PositionM ist auf ; -PlatzM standardM standard

Der bekannteste Unterschied für deutschsprachige Nutzer: Bei AZERTY ist A dort, wo bei QWERTZ Q sitzt – und umgekehrt. Außerdem ist M nicht in der Grundreihe, sondern eine Reihe höher auf dem ;-Platz. Diese Unterschiede machen das Tippen auf einem AZERTY-Layout ohne Eingewöhnung sehr mühsam.

Warum Frankreich AZERTY statt QWERTY verwendet

Das AZERTY-Layout entstand Ende des 19. Jahrhunderts als Adaption des amerikanischen QWERTY an die Bedürfnisse der französischen Sprache. Französisch verwendet viele Akzentzeichen:

  • é (e accent aigu): Häufig in Verbformen und Adjektiven (z. B. „mangé“, „parlé“)
  • è (e accent grave): In Präpositionen und bestimmten Wortformen (z. B. „père“, „mère“)
  • à (a accent grave): Präposition und Unterscheidungsmerkmal (z. B. „à“ vs. „a“)
  • ç (c cédille): Vor bestimmten Vokalen (z. B. „français“, „garçon“)

Auf einer QWERTY-Tastatur müssen diese Zeichen über Tastenkombinationen eingegeben werden. Das AZERTY-Layout stellt bestimmte Zeichen direkt über dedizierte Tasten bereit. Allerdings wird AZERTY selbst in Frankreich kritisiert: In der Praxis sind viele Sonderzeichen nur mit Shift-Taste erreichbar, Großbuchstaben erfordern teils umständliche Kombinationen, und bestimmte Zeichen wie das Guillemet (« ») fehlen ganz. 2019 veröffentlichte die französische Normierungsbehörde AFNOR ein modernisiertes Layout namens AZERTY NF Z71-300, das diese Schwächen beheben soll – es hat sich aber noch nicht breit durchgesetzt.

AZERTY-Besonderheiten: Was sich von QWERTZ unterscheidet

Für QWERTZ-gewohnte Nutzer sind diese Positionen bei AZERTY besonders ungewohnt:

  • A ↔ Q getauscht: A sitzt dort, wo bei QWERTZ Q ist – für Passwörter und Abkürzungen mit Q problematisch
  • Z ↔ W getauscht: Z sitzt auf dem W-Platz – verwirrend, da QWERTZ bereits Z und Y vertauscht hat
  • M sitzt nicht in der Grundreihe: M ist eine Reihe höher, was es in der deutschen Tastaturgewohnheit ungewohnt macht
  • Punkt und Komma: Punkt erfordert die Shift-Taste; Komma liegt auf dem ;-Platz
  • Zahlenreihe im Standard ohne Shift: Die Ziffern 1–9 und 0 sind ohne Shift nur als Sonderzeichen erreichbar; Ziffern benötigen Shift

AZERTY-Layout unter Windows umstellen

Wer ein Notebook mit AZERTY-Tastatur erhält, aber auf QWERTZ tippen möchte, kann das Tastaturlayout softwareseitig umstellen. Das physische Layout der Tasten bleibt unverändert; die Tastatureingaben werden aber anders interpretiert:

  1. Windows-Einstellungen öffnen (Win + I)
  2. Zeit und Sprache → Sprache und Region
  3. Unter „Bevorzugte Sprachen“ auf „Deutsch“ klicken → Optionen
  4. Unter „Tastaturen“ prüfen, ob „Deutsch (Deutschland)“ mit QWERTZ-Layout vorhanden ist
  5. Falls nicht: „Tastatur hinzufügen“ → „Deutsch (Deutschland)“ wählen
  6. Zwischen den Layouts wechseln: Win + Leertaste oder Alt + Shift

Nach der Umstellung tippen alle Tasten als QWERTZ – was auf den Tastaturaufdrucken steht, stimmt dann nicht mehr mit der Eingabe überein. Für professionellen Dauereinsatz empfiehlt sich entweder eine externe QWERTZ-Tastatur oder Tastaturaufkleber mit QWERTZ-Beschriftung.

AZERTY bei refurbished Notebooks: Was zu beachten ist

Beim Kauf eines refurbished Notebooks aus einer französischen oder belgischen Unternehmensflotte kann das Gerät ein AZERTY-Tastaturlayout haben. Das ist in der Produktbeschreibung oder im Datenblatt vermerkt. Relevante Überlegungen:

  • Software-Umstellung reicht für die meisten Nutzer: Wer blind tippt und sich umgewöhnen kann, stellt das Windows-Tastaturlayout auf QWERTZ um. Die physischen Aufdrucke stimmen dann nicht, aber wer blind tippt, braucht die Aufdrucke nicht.
  • Tastaturaufkleber: Für 5–15 Euro gibt es QWERTZ-Aufklebersätze für alle Tasten – einfache und günstige Lösung für Nutzer, die auf die Tastaturaufdrucke angewiesen sind.
  • Tastaturersatz: Bei manchen Business-Notebook-Modellen ist die Tastatur gegen eine QWERTZ-Version austauschbar. Je nach Modell kostet die Austauschtastatur 20–60 Euro.

AZERTY in Belgien: Ein etwas anderes Layout

Belgien verwendet ebenfalls AZERTY, aber in einer leicht abgewandelten Version. Die Hauptunterschiede zur französischen AZERTY-Variante betreffen vor allem die Sonderzeichen-Belegung:

  • Belgisches AZERTY hat andere Belegungen auf den Zifferntasten und einigen Sonderzeichen-Positionen
  • Die Taste für das belgische „ij“-Ligatur fehlt auf französischen AZERTY-Tastaturen
  • Bestimmte Akzente sind unterschiedlich platziert, da Belgien mehrsprachig ist (Französisch und Niederländisch)

Für deutschsprachige Nutzer ist der Unterschied zwischen französischem und belgischem AZERTY marginal. Beide Varianten erfordern eine Eingewöhnung und unterscheiden sich erheblich von QWERTZ.

Tastaturlayouts beim Kauf eines refurbished Notebooks prüfen

Ein wichtiger Hinweis für alle, die ein refurbished Notebook kaufen: Das Tastaturlayout muss vor dem Kauf im Produktdatenblatt geprüft werden. Erkennungsmerkmale in der Produktbeschreibung:

  • „DE“ oder „QWERTZ“ = deutsches Layout – Standard für Käufer in Deutschland
  • „FR“ oder „AZERTY“ = französisches Layout – aus französischer Unternehmensflotte
  • „US“ oder „QWERTY“ = internationales englisches Layout – häufig bei Geräten aus UK oder USA
  • „UK“ = britisches QWERTY mit anderem @-Zeichen und £-Taste

Seriöse Anbieter wie GreenPanda geben das Tastaturlayout klar in der Produktbeschreibung an. Falls Unklarheit besteht: Produktbilder zeigen die Tastaturaufdrucke, und ein AZERTY-Layout ist sofort an der ersten Buchstabenreihe erkennbar.

Tastaturlayout umstellen: Schnelle Tastenkombinationen

Wer unter Windows mit mehreren Tastaturlayouts arbeitet – etwa AZERTY und QWERTZ auf demselben Gerät – kann schnell zwischen ihnen wechseln:

  • Win + Leertaste: Wechselt im Kreis zwischen allen installierten Tastaturlayouts
  • Alt + Shift (links): Ebenfalls Layout-Wechsel, klassische Methode
  • Taskleiste: In der Taskleiste erscheint ein Sprachindikator (z. B. „DE“ oder „FR“) – Klick darauf öffnet die Layout-Auswahl

Für alle, die dauerhaft auf einem AZERTY-Notebook mit QWERTZ-Einstellung arbeiten: Es empfiehlt sich, die Tastatur-Wechsel-Tastenkombination zu kennen, um nicht versehentlich auf das physisch aufgedruckte AZERTY-Layout umzuschalten.

FAQ zu AZERTY

Was ist AZERTY?

AZERTY ist ein Tastaturlayout, das hauptsächlich in Frankreich und Belgien verwendet wird. Sein Name leitet sich von den ersten sechs Buchstaben der obersten Reihe ab: A, Z, E, R, T, Y. Es ist die französische Variante des QWERTY-Layouts, angepasst für häufige französische Sonderzeichen wie é, è, à und ç.

Was sind die Hauptunterschiede zwischen AZERTY und QWERTZ?

Bei AZERTY sind A und Q vertauscht, ebenso Z und W. M sitzt nicht in der Grundreihe, sondern eine Reihe höher. Zahlen sind ohne Shift-Taste nicht direkt erreichbar. Dafür sind akzentuierte Zeichen wie é und à leichter zugänglich als auf QWERTZ.

Kann ich ein AZERTY-Notebook auf QWERTZ umstellen?

Ja, über Windows-Einstellungen → Zeit und Sprache → Sprache und Region → Deutsch → Optionen → Tastatur → Deutsch hinzufügen. Die physischen Tastaturaufdrucke bleiben AZERTY, aber die Eingabe erfolgt als QWERTZ. Für dauerhaften Einsatz sind QWERTZ-Tastaturaufkleber (5–15 Euro) oder ein Tastaturersatz empfehlenswert.

Warum verwenden Franzosen AZERTY statt QWERTY?

AZERTY wurde Ende des 19. Jahrhunderts für die französische Sprache entwickelt, die viele Akzentzeichen (é, è, à, ç) verwendet. Diese Zeichen sind auf AZERTY leichter erreichbar als auf QWERTY. Historische Gewohnheit und fehlende Umstellungsbereitschaft halten das Layout bis heute in Gebrauch.

Wo wird AZERTY außerhalb Frankreichs verwendet?

AZERTY ist in Belgien (francophoner Teil), Luxemburg und einigen frankophonen afrikanischen Ländern verbreitet. Belgien nutzt eine leicht abgewandelte AZERTY-Variante mit einigen anderen Sonderzeichen.

Wie erkenne ich ein AZERTY-Notebook?

Das sicherste Erkennungszeichen: In der obersten Buchstabenreihe stehen A-Z-E-R-T-Y statt Q-W-E-R-T-Z. Zusätzlich ist M nicht in der untersten Buchstabenreihe. In Produktbeschreibungen steht meist explizit „FR“ (französisches Layout) oder „BE“ (belgisches Layout) als Tastaturangabe.

Welche refurbished Notebooks haben AZERTY?

Alle Notebooks, die ursprünglich für den französischen oder belgischen Markt produziert wurden. Das betrifft vor allem Geräte aus französischen Unternehmensflotten. In Deutschland angebotene refurbished Notebooks haben üblicherweise QWERTZ – das Layout steht in der Produktbeschreibung.

Was ist der Unterschied zwischen AZERTY und dem neuen AFNOR-Layout?

Das 2019 von der französischen Normierungsbehörde AFNOR entwickelte Layout NF Z71-300 verbessert klassisches AZERTY: Mehr Sonderzeichen direkt erreichbar, Guillemets (« ») als eigene Taste, bessere Großbuchstaben-Unterstützung. Es hat sich bisher nicht breit durchgesetzt; klassisches AZERTY dominiert weiterhin.

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