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Wake-on-LAN

Wake-on-LAN (WoL) ist ein Netzwerkstandard, der es ermöglicht, einen ausgeschalteten oder im Ruhezustand befindlichen Computer durch ein spezielles Datenpaket über das lokale Netzwerk oder das Internet fernzustarten. Das dafür verwendete Datenpaket heißt Magic Packet und enthält die MAC-Adresse der Netzwerkkarte des Zielrechners. Für Wake-on-LAN muss der Computer physisch an eine Stromquelle angeschlossen bleiben, auch wenn er ausgeschaltet ist, da die Netzwerkkarte im Standby weiterhin mit Strom versorgt wird und auf das Magic Packet wartet. Im Unternehmensumfeld ist WoL eine wichtige Funktion für IT-Abteilungen, um Wartungen, Updates und Remote-Zugriffe außerhalb der Arbeitszeiten durchzuführen. Viele refurbished Business-PCs und Notebooks unterstützen WoL direkt.

Wie funktioniert Wake-on-LAN technisch?

Wake-on-LAN nutzt die Tatsache, dass eine Netzwerkkarte (NIC) auch im ausgeschalteten Zustand des Rechners minimal mit Strom versorgt wird, solange das Netzteil am Stromnetz hängt. Diese sogenannte Standby-Spannung kommt direkt vom Netzteil und ermöglicht der Netzwerkkarte, eingehende Datenpakete zu empfangen und auf ein Magic Packet zu prüfen.

Das Magic Packet hat einen klar definierten Aufbau: Es beginnt mit sechs Bytes des Werts FF (hexadezimal), gefolgt von der 6-Byte-MAC-Adresse der Ziel-Netzwerkkarte, die exakt 16-mal hintereinander wiederholt wird. Erkennt die Netzwerkkarte dieses Muster mit ihrer eigenen MAC-Adresse, löst sie einen Aufwach-Impuls an das Mainboard aus, das den normalen Startvorgang einleitet.

Das Magic Packet wird als Broadcast über das lokale Netzwerk versendet, typischerweise als UDP-Paket auf Port 7 oder 9. Da zum Zeitpunkt des Empfangs noch kein IP-Stack aktiv ist, erfolgt die Adressierung ausschließlich über die physische MAC-Adresse der Netzwerkkarte.

Voraussetzungen für Wake-on-LAN

VoraussetzungDetails
UEFI/BIOS-EinstellungWoL muss im UEFI oder BIOS aktiviert sein (meist unter Power Management oder Network)
NetzwerkkarteMuss WoL unterstützen (Standard bei allen modernen NICs)
KabelverbindungWake-on-LAN funktioniert nur über Ethernet-Kabel, nicht über WLAN
StromversorgungPC muss am Stromnetz hängen (Netzteil an, Hauptschalter an)
Windows-EinstellungIm Gerätemanager muss „Bei Magic Packet aufwecken“ aktiviert sein
Sendender ClientSoftware oder App auf dem steuernden Gerät, die Magic Packets versenden kann

Wake-on-LAN einrichten: Schritt für Schritt

Die Einrichtung von WoL erfordert Anpassungen auf drei Ebenen. Im ersten Schritt wird WoL im UEFI aktiviert: Beim Systemstart drückt man die UEFI-Taste (meist F2, F10 oder Entf) und sucht unter Power Management oder Network Boot nach einer Option wie Wake on LAN oder PXE Boot. Diese wird auf Enabled gesetzt.

Im zweiten Schritt wird die Netzwerkkarte unter Windows konfiguriert: Im Gerätemanager (Win + R, dann devmgmt.msc) öffnet man die Eigenschaften des Ethernet-Adapters, wechselt zum Reiter Erweitert und aktiviert die Option Bei Magic Packet aufwecken. Im Reiter Energieverwaltung setzt man zusätzlich den Haken bei Gerät kann den Computer aus dem Ruhezustand aktivieren.

Im dritten Schritt benötigt man die MAC-Adresse des Zielrechners (abrufbar über ipconfig /all in der Eingabeaufforderung) und ein Tool zum Versenden des Magic Packets, etwa das kostenlose WakeMeOnLan von NirSoft oder eine Smartphone-App.

WoL über das Internet (Wake-on-WAN)

Wake-on-LAN funktioniert nativ nur im lokalen Netzwerk, da das Magic Packet als Broadcast gesendet wird und Router normalerweise keine Broadcasts weiterleiten. Um einen Rechner von außerhalb des Heimnetzwerks zu starten, gibt es zwei Ansätze: Entweder richtet man im Router eine Portweiterleitung für UDP-Port 9 auf die Broadcast-Adresse ein, oder man nutzt einen dauerhaft laufenden Mittelsmann im heimischen Netzwerk (Raspberry Pi, NAS oder Router mit WoL-Unterstützung), dem man den Startbefehl schickt.

Wake-on-LAN bei refurbished Business-Hardware

Wake-on-LAN ist eine klassische Business-Funktion und in allen Geräten aus professionellen Produktlinien selbstverständlich: Refurbished Desktop-PCs wie Dell OptiPlex, HP EliteDesk oder Lenovo ThinkCentre unterstützen WoL ebenso wie die meisten Business-Notebooks dieser Hersteller. Für IT-Abteilungen in kleinen und mittleren Unternehmen ermöglicht WoL das zentrale Steuern aller Systeme ohne physische Anwesenheit: Software-Updates lassen sich nachts einspielen, ohne dass die Geräte den ganzen Tag laufen müssen, was Strom und Kosten spart.

FAQ zu Wake-on-LAN

Was ist Wake-on-LAN und wie funktioniert es?

Wake-on-LAN ist ein Netzwerkstandard, mit dem ein ausgeschalteter Computer über das Netzwerk gestartet werden kann. Ein speziell formatiertes Datenpaket, das sogenannte Magic Packet mit der MAC-Adresse des Zielrechners, wird an die Netzwerkkarte gesendet. Diese erkennt das Paket im Standby-Betrieb und löst den Startvorgang aus.

Funktioniert Wake-on-LAN auch über WLAN?

Nein. Wake-on-LAN funktioniert ausschließlich über eine kabelgebundene Ethernet-Verbindung. WLAN-Adapter werden beim Herunterfahren vollständig deaktiviert und können keine eingehenden Pakete empfangen. Für WoL muss ein Ethernet-Kabel vom PC zum Router oder Switch führen.

Muss der PC am Strom bleiben für Wake-on-LAN?

Ja. Der PC muss mit dem Stromnetz verbunden und das Netzteil eingeschaltet sein, auch wenn der Rechner ausgeschaltet ist. Im ausgeschalteten Zustand versorgt das Netzteil die Netzwerkkarte mit einer Standbyspannung, damit sie auf das Magic Packet warten kann.

Wo aktiviere ich Wake-on-LAN im BIOS?

Im UEFI oder BIOS suchst du unter den Bereichen Power Management, Advanced oder Network nach einer Option wie Wake on LAN, Remote Power On oder PXE Boot. Setze diese auf Enabled. Zusätzlich muss WoL in den Windows-Energieverwaltungseinstellungen des Netzwerkadapters aktiviert werden.

Unterstützen refurbished Business-PCs Wake-on-LAN?

Ja, praktisch alle Business-Desktop-PCs und -Notebooks aus professionellen Produktlinien unterstützen Wake-on-LAN. Dell OptiPlex, HP EliteDesk, Lenovo ThinkCentre und ähnliche Modelle sind mit WoL-fähigem Ethernet-Adapter ausgestattet. Die Funktion muss im UEFI aktiviert und in Windows konfiguriert werden, ist aber hardwareseitig stets vorhanden.

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